Der Chodenhund - Arbeiter und Familienhund

 

 

Als ich vor fünf Jahren den ersten Chodenhund gesehen habe, war ich sofort von dieser Rasse begeistert.

Die Rasse wurde von Dr. med.vet.Jan Nesvadba vorgestellt. Er hatte sie bei einem Besuch in seiner alten Heimat gesehen und fand, dass das eine alternative zum grösseren Schäferhund sei. Der Chodenhund arbeitet gerne und ausdauernd und ist ein angenehmer Begleiter bei allen Unternehmungen.

 Zur Geschichte:

 Der Ursprung der Rasse geht weit in die Geschichte zurück. Die ersten schriftlichen Dokumente über die „Choden“ (Volk aus dem südlichen Teil Böhmens) stammen aus dem Jahre 1325. Zur der Zeit war der König Jan von Luxemburg auf dem Thron.

Die Choden waren ein freies Volk und haben seit hunderten von Jahren die südliche Grenze der heutigen Tschechei mit Waffen bewacht. Aber auch mit treuen Hunden die sie überall hin begleitet haben. Dies war zu Zeiten von Kaiser Rudolf II im Jahre 1576. Die Hunde stammten alle aus Dörfern in Süd Böhmen. Die Zucht war in ein paar Familien zur Tradition geworden und viele dieser Hunde wurden auch nach Bayern verkauft. Die Chodenhunde waren von robuster Gesundheit und starkem Wesen. Diese Eigenschaften haben sie zu treuen Begleiter des Chodenvolkes gemacht.

Die moderne Geschichte der Choden beginnt im 19. Jahrhundert. Es gibt viele Unterlagen und Andenken an dieses mutige Volk. Es sind Bücher vom Schriftsteller A. Jirasek mit Bildern von Mikolas Ales und auch eine Skulptur von Cenek Vosmik in der Stadt Domazlice. Weiter gibt es viele Geschichten welche von einer zur anderen Generation weiter erzählt wurden.

 

 

 

Mikolas Ales

 

Skulptur von Cenek Vosmik

 

Im Jahre 1984 hat Jan Findejs einen Artikel „Chodsky pes“ in der Zeitschrift „Pes pritel clovek“ veröffentlicht mit dem Aufruf zur Suche nach diesen Hunden. Man hat Hunde gefunden welche ähnlich ausgesehen haben wie die Ursprüngliche Rasse, so wie sie in Büchern beschrieben und auf Bildern zu sehen waren. Aus diesen wenigen Hunden hat man eine neue moderne Rasse regeneriert.

An dieser Arbeit waren viele bedeutende Leute beteiligt. Unter anderem sind dies: Doc. Ing. Dr. Vilem Kurz, Frantisek Horak, Doc. Ing. Dr. Sc. Rudolf Siler, Ing. Jan Findejs.

Seit dem 14.1.1984 ist die Rasse „Chodsy pes“ als nationale Rasse bei der CMKU (Tschechische Kynologische Union) anerkannt und die ersten Hunde wurden im Stammbaumregister eingetragen.

Der erste Wurf mit 6 Welpen erfolgte am 20.10.1985 in der Zuchtstation „Na Barance“ von Herrn L. Hykel. Von 1984 bis 2002 wurden mehr als 1500 Einträge registriert.

Am 27.11.1991 wurde der „Klub pratel chodskeho psa“ (Klub Freunde des Chodenhundes) gegründet und registriert. Gleichzeitig wurde die Rasse als Arbeitsrasse an erkannt. Seit 1984 konnten viel Menschen feststellen was für eine grossartige Rasse das ist.

Die Rasse ist leider noch nicht FCI anerkannt. Die Vorbereitungen zum Einreichen des Gesuches bei der FCI laufen auf Hochtouren und sollten noch in diesem Jahr erfolgen. Viele Hunde haben den Weg ins Ausland gefunden, alleine in der Schweiz leben ca. 25 Hunde.

 

Inzwischen ist Kimo 4 Jahre alt und hat sich unter anderem zu einem guten Wächter entwickelt. Alles was nicht zum oder ins Haus gehört wird gemeldet. Gegenüber Fremden ist er reserviert und zurückhaltend. Kennt er jedoch jemanden näher begrüsst er diese Person offen und freundlich. Kinder liebt er sehr und ist für jeden Spass und Aufgabe welche ihm von diesen gestellt werden zu haben.

Im Ursprungsland wird mit den Hunden vor allem in der Sparte Agility gearbeitet, jedoch auch für andere Sparten des Hundesportes eignet er sich bestens. Was die meisten der Chodenhunde schlecht bis gar nicht machen ist Apportieren. Kimo hat nie irgendwelche Spielzeuge getragen oder das Apporteli in den Fang genommen. Hingegen für Fährten- oder Sucharbeit war er immer zu begeistern, Gegenstände verweist er. Seit letztem Jahr gibt es bei einem Polizeikorps einen ausgebildeten Sprengstoffsuchhund. Auch zur Ausbildung zum Lawinensuchhund eignet er sich bestens.

Sein Arbeitseifer ist gross und im Vergleich zu meinem Deutschen Schäferhund (Ausbildung in BH) hat er alles viel schneller kapiert und ausgeführt. Er ist aber auch ein ausdauernder Begleiter auf grösseren Wanderungen. Seine angenehme Grösse, (ca. 50cm für Hündinnen, ca. 53cm für Rüden) und sein, trotz langem Haar, pflegeleichtes Fell lässt ihn eine alternative zum Deutschen Schäferhund sein. Ein DS oder Golden usw. ist oft ein zu grosser Hund, der Chodenhund springt hier als angenehmer, freundlicher Familienhund in die Bresche.

Zu Hause ist er ein ruhiger Hund, welcher halt alles ankündigt. Am liebsten ist der Chodenhund draussen und da wo ihm ein Garten geboten wird ist er wohl.

Kimo verbringt seine Tage am liebsten draussen. Jetzt wo er wieder ohne Einschränkung ein und ausgehen kann ist er Happy. Durch sein dichtes Fell macht es ihm in geheizten Räumen schnell zu warm und er sucht sich seinen Schlafplatz an der kühlsten Stelle in der Wohnung aus.

Auch ist er neugierig was in seiner Umgebung so läuft und sein Platz ist ein Teil des Tages am Fenster wo er einen Guten Überblick hat. Da wir ausserhalb des Dorfes wohnen läuft nicht gerade viel, jedoch gibt es einiges an Tieren welche da vorbeikommen und man natürlich auch ankündigen muss.

    

Als er fast 2 Jahre alt war, lernte er sich noch an Katzen zu gewöhnen. Es ist immer sehr aufregend wenn Floyd oder Zarina nach Hause kommen. Er flippt jedes mal fast aus und macht ein grosses Gejammer wenn eine der beiden vor der Tür steht. Da sich auch die Katzen erst an die Hunde gewöhnen mussten, warten sie draussen bis man sie herein holt. Ins Haus kommen sie nur wenn die Hunde nicht da sind. Haben sie dann gefressen und legen sich schlafen, hat Kimo kaum mehr Zeit selber zu schlafen. Er muss sich dann in der Nähe hinlegen und die Katzen bewachen. Nachts liegt er so nahe wie möglich bei der Katzentüre um ja nicht zu verpassen wenn jemand kommt. Da aber auch die Katzen clever sind laufen sie ums Haus und hüpfen beim Schlafzimmerfenster rein. So verpasst er doch die eine oder andere Ankunft.

Warten auf die Katzen

 

Die Chodenhunde Besitzer in der Schweiz möchten es nun den Kollegen in Tschechien gleichtun und versuchen einen Club zu gründen. Auch werden wir ein Gesuch bei der SKG um Anerkennung der Rasse einreichen. So könnten dann unsere Hunde im Anhang des Stammbuches eingetragen werden.

 

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Stand:
10.02.2006 12:05:05